Kleidung aus Kokos: Wie Cocona die Sportbekleidungsbranche revolutioniert

admin
11.07.2018

Die Ansprüche an Sport- und Outdoorkleidung sind hoch. Denn sie müssen nicht nur einigen Belastungen standhalten, sondern auch für die richtige Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung am Körper sorgen. Der amerikanische Hersteller 37.5 („thirtysevenfive“) hat eine besondere Hightech-Faser, die Cocona-Faser, entwickelt, die eine umweltfreundlichere Alternative zu üblichen Sporttextilien darstellt, und im Begriff ist, die Sportbekleidungsbranche mit Kleidung aus Kokos zu revolutionieren.

Was hat es mit der Kleidung aus Kokos auf sich?

Die Textilien des Herstellers 37.5 setzen sich aus besonderen Hightech-Fasern, den sogenannten Cocona-Fasern zusammen. Ihre Besonderheit: Sie setzen an einem Kernproblem der Sportbekleidungsbranche an – der Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung des Körpers. Die Cocona-Faser verspricht dabei, die Körpertemperatur des Trägers bei einem Optimum von 37,5 Grad Celsius und die relative Feuchtigkeit bei 37,5 Prozent zu erhalten (daher auch der Name des Herstellers 37.5).

Das Material, das hierbei zum Einsatz kommt, ist die Cocona-Faser. Die hochfunktionelle Faser entsteht aus Kokosschalen und Aktivkohlepartikeln vulkanischer Erde. Eine Besonderheit ist, dass die hierbei entstehende Textilie keine chemischen Ergänzungsstoffe wie Silberfäden benötigt. Zum Partnernetzwerk des Herstellers 37.5 zählen namhafte Marken der Sport-, Outdoor- und Workwear-Branche wie adidas oder carhartt.

Ursprünglich arbeitete der Gründer und Chief Technology Officer von 37.5, Dr. Greg Haggquist, laut dem amerikanischen Online-Marktplatz Maker’s Row im Bereich Polymer-, Photo- und Physikalische Chemie bei dem Hard- und Software-Betreiber für Drucker, Lexmark International. Dort untersuchte er, wie das Kombinieren verschiedener Materialien miteinander grundsätzliche Eigenschaften verändert. Ein Teilgebiet seiner Untersuchung bildete die Geruchshemmung bei Textilien. Bei seinen Testgängen bemerkte er, dass Aktivkohle nicht nur die Geruchshemmung unterstützt, sondern auch sehr schnell trocknet. Im weiteren Verlauf entwickelte Haggquist eine Methode, um Aktivkohle-Moleküle erfolgreich in Textilgarn einzuarbeiten. So lässt sich die Umwandlung von Gas und Flüssigkeiten beschleunigen, also zum Beispiel bei der Bildung von Schweiß. Mit dieser patentierten Methode wird mittlerweile die hochfunktionale Cocona-Faser für den Sport- und Outdoor-Bedarf hergestellt.

Doch wie genau funktioniert die Cocona-Faser? Laut dem Hersteller 37.5 liegt das Geheimnis der vielen Vorteile der Cocona-Faser in der Technologie der mikroporösen Aktivpartikel. Sie sind fester Bestandteil der Textilie und in der Lage, großflächig und gleichmäßig Energie zu absorbieren. Das heißt: Ist dem Träger heiß, so nehmen die Aktivpartikel die entstehende Feuchtigkeit auf, und geben sie zügig an die Umwelt ab, noch bevor sich Schweiß überhaupt bilden kann. Auf diese Weise setzt durch das Material ein Kühleffekt ein, sodass die Körpertemperatur nicht zu hoch ansteigt. Ist dem Träger dagegen kalt, helfen die Aktivpartikel, die vom Körper ausgehende Wärme einzuschließen und halten den Träger warm.

Gleichzeitig beugt das Material der Geruchsbildung vor. Einen vom Portal pureoutdoor.de durchgeführten Produkttest, in dem die geruchsneutralisierende Wirkung der Cocona-Faser bestätigt wird, finden Sie hier.

Wie wird Cocona gewonnen & verarbeitet?

Besonders ist laut dem Hersteller an der Cocona-Faser, dass die Kleidung aus Kokos- und Vulkanerde-Aktivkohle, also natürlichem Basismaterial besteht. Bei ihrer Zusammensetzung ist sie funktional so optimiert , dass sie keine chemischen Ergänzungsstoffe benötigt. Denn bei dem patentierten Material der Cocona-Faser sind Aktivkohlepartikel aus Vulkanerde und Kokosschalen die tragenden Stoffe, die zum Einsatz kommen.

Aktivkohle besteht größtenteils (zu mehr als 90 Prozent) aus Kohlenstoff mit hochporöser Struktur. Dabei sind die Poren wie bei einem Schwamm miteinander verbunden. Die Porengröße variiert dabei und bringt verschiedene Eigenschaften mit sich.

Insbesondere die größeren Poren sind wichtige Zugangswege für Gase oder Flüssigkeiten in das Innere der Kohle. Ihre vergleichsweise große Fläche und die poröse Struktur sorgen dafür, dass die Faser mehr Gas oder Feuchtigkeit transportieren kann als gewöhnliche Materialien. Die mikroskopisch-kleinen Aktivkohlepartikel können infrarotes Licht, das der Körper ausstrahlt, aufnehmen und wieder abgeben. So halten die Fasern die Haut warm, bevor man zu frieren beginnt, oder kühlen sie, bevor Schweiß ausbricht, wie die im Jahr 2016 durchgeführte Studie der University of Colorado, „Beneficial Effects of Cooling during Constant Power Non-steady State Cycling“, bestätigt. Die Studie führten die Ärzte Eric Homestead, Benjamin Ryan, Jesse Goodrich sowie Professor Dr. William Byrnes durch. Gezeigt hat die Studie darüber hinaus, dass durch den kühlenden Effekt der Kleidung Sportler sogar eine Leistungssteigerung von 26 Prozent erzielen konnten.

Aktivkohle kann aus verschiedenen Ausgangsstoffen hergestellt werden, etwa Tierknochen, Blut oder auch Zucker. Die für die Cocona-Faser verwendete Aktivkohle kann einerseits aus Mineralkohle vulkanischen Ursprungs (Vulkanerde) und andererseits aus Pflanzenkohle pflanzlichen Ursprungs (Kokosschalen) bestehen. Deshalb eignet sie sich auch als Textilie für Veganer und stellt als Produkt aus recyceltem Material (also den Kokosschalen, die sonst ein Abfallprodukt wären) eine umweltfreundliche Alternative dar. Die hautfreundlichen und hypoallergenen Eigenschaften der Cocona-Faser bestätigen auch die unabhängigen und akkreditierten Prüflabore der Hohenstein-Institute.

Was sind die Merkmale & Vorteile der Kleidung aus Kokos gegenüber herkömmlichen Funktionstextilien?

Das Zusammenspiel der Aktivkohleteilchen aus Vulkanerde und Kokosschalen sorgt laut dem Hersteller 37.5 und SPIEGEL online dafür, dass Feuchtigkeit zügig aufgesogen und gleichmäßig im gesamten Stoff verteilt wird. Durch die schnelle Absorption der Feuchtigkeit kann bei der Kleidung aus Kokos deshalb Schweiß um 50 Prozent schneller verdunsten als bei Polyester. Die bessere Verdunstungseigenschaft hemmt das Bakterienwachstum und wirkt antibakteriell. Zudem sorgen die Aktivkohleteilchen für eine geruchsneutralisierende Wirkung und verfügen über UV-Schutz. Die Konsequenz: Effiziente Atmungsaktivität, hervorragendes Wärmeverhalten bei Funktionskleidung und Schutz gegen schädliche UV-Strahlung bieten optimale Eigenschaften.

Die Vorteile der Cocona-Faser auf einen Blick:

  • Atmungsaktiv & antibakteriell: Kleidung aus Kokos absorbiert Feuchtigkeit um 50% schneller als herkömmliches Polyester.
  • Entfernen unangenehmer Gerüche: Die Cocona-Fasern absorbieren Gerüche und können ohne Anwendung besonderer Behandlungen oder Chemikalien schlechten Duft verringern.
  • Langlebig & robust: Die Kokosnuss enthält die einzigen Naturfasern, die Resistenz gegenüber Salzwasser zeigt.
  • UV-Schutz: Die Cocona-Fasern sind auch nach mehrfachem Waschen in der Lage schädliche UV-Strahlen zu absorbieren, sie reflektieren diese also nicht.
  • Umweltfreundlich & ökologisch abbaubar: Durch den erneuerbaren Stoff ist die Textilie, die aus recycelten Kokosnüssen hergestellt wird, vollständig abbaubar.

Muss Cocona besonders gepflegt werden?

Textilien aus Cocona sind sehr robust und langlebig. Daher müssen sie nicht speziell gepflegt werden, sondern können laut dem Hersteller 37.5 regulär wie auch andere Sportmaterialien gewaschen werden.

Welche Label verwenden die Cocona-Faser?

Es gibt einige Outdoor- & Sportswear-Hersteller, welche die Cocona-Faser für Ihre Produkte verwenden, allerdings bislang nicht immer umfassend. Das heißt, nur einzelne Produkte werden damit hergestellt. Deshalb ist unser Tipp für dich, bei der Auswahl deiner Textilien auf das enthaltene Material zu schauen und die Zusammensetzung des Stoffes zu prüfen. Zudem gibt es auch einige Hersteller von Bettwäsche, welche die Faser für ihre Produkte aufgrund der atmungsaktiven Eigenschaften verwenden.

Zum Partnernetzwerk des Cocona-Herstellers 37.5 gehören unter anderem die folgenden Sportbekleidungs-, Work- und Outerwear-Marken. Die Verlinkungen führen dich übrigens direkt zu den Produkten, die mit der Cocona-Faser produziert wurden.

Sportkleidung aus Kokos

Casual Wear

Outdoor & High Performance

Workwear & Military

Home-Textilien

Noch mehr Möglichkeiten mit der Kokosnuss

Auch wenn es um die Frage nach umweltfreundlichen Textilien geht, spielt die Kokosnuss eine wichtige Rolle, denn mittlerweile ist es sogar möglich hochfunktionale Kleidung aus Kokos herzustellen. Suchst du nach mehr Inspirationen, was sich mit der Kokosnuss, der Kokospalme und ihren Bestandteilen machen lässt, findest du in unserem Artikel „Kokosholz: Eigenschaften & Produkte“ weitere spannende Informationen dazu, wie das Tropenholz zum Einsatz kommt und was seine Besonderheiten sind.

Falls du dich hingegen fragst, wie Kokosprodukte im Allgemeinen genutzt werden, hilft dir unsere Infografik weiter, einen Überblick zu den zahlreichen Einsatzgebieten von Kokosprodukten zu bekommen.

Und natürlich findest du in unserem Onlineshop viele leckere Kokosprodukte, mit denen sich viele feine Rezepte umsetzen lassen. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Bildnachweis: Titelbild: © gettyimages/Choreograph, Bild 1: © gettyimages/cash14, Bild 2: © gettyimages/Inwkrit360, Bild 3: © TROPICAI.

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