Von Staatswappen & Adelsgeschlechtern: die Kokospalme in der Heraldik

admin
04.05.2018

Kokospalmen gibt es nicht nur an karibischen Traumstränden, sie zieren auch die unterschiedlichsten Wappen. Wie kommt es, dass die Kokospalme in der Heraldik so beliebt ist? Auf welchen Wappen ist sie zu sehen und welche Bedeutung hat sie? Wir verraten dir die Antworten.

Kokospalmen – mehr als nur exotische Schattenspender

Stell dir einmal einen tropischen Traumstrand vor. Mit Sicherheit denkst du an glasklares Wasser, weißen Sand soweit das Auge reicht und Palmen, deren Blätter sanft im Wind wehen. Die Kokospalme prägt unsere Vorstellung von tropischen Gebieten wie keine andere Pflanzenart. Sie ist außerdem ein wichtiger Rohstoff und eine gehaltvolle Nahrungsquelle.

Was aber hat die Palme mit der Heraldik, der Wappenkunde, zu tun? Bei einem Staats- oder Stadtwappen denkt man doch eher an Motive wie einen Adler, einen Greif oder eine Lilie. Doch auch in der Heraldik hat die Kokospalme einen festen Platz eingenommen.

Auf welchen Wappen kommt die Kokospalme vor?

Die Kokospalme ist auf den unterschiedlichsten Arten von Wappen zu sehen: Wappen von Ländern, Landkreisen, Städten, Adelsgeschlechtern. Geographisch sind dem Wunderbaum dabei keine Grenzen gesetzt.

So schmückt die Palme sowohl Wappen tropischer Länder wie auch europäischer Städte und Landkreise. Ein paar Beispiele sind:

  • Haiti
  • Saudi-Arabien
  • Madagaskar
  • Benin
  • Samoa
  • Liberia
  • Gambia
  • Stadt Nîmes in Frankreich
  • Landkreis Anhalt-Bitterfeld
  • Bad Berka
  • Wappen des Adelsgeschlechts von Pfuel

 

Von der Kirche aufs Wappen: So eroberte die Palme das Wappenwesen

 

In vielen Kulturen werden Palmen schon seit Jahrtausenden als heilige Bäume verehrt. Wie und wann die Pflanze zur Wappenfigur wurde, ist nicht geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass sie über die religiöse und kirchliche Tradition im Mittelalter Einzug ins Wappenwesen hielt.

Die Familie von Pfuel, ein uradeliges Geschlecht aus der Mark Brandenburg, wählte unter anderem die Darstellung einer Kokospalme für ihr Stammwappen, das den Spruch „Muth und Hoffnung“ trägt.

Die Palme symbolisiert hier also die Hoffnung und ist damit gar nicht so weit von religiösen Darstellungen entfernt.

Eine rätselhafte Kokospalme im Stadtwappen

Wenn du vor deinen Freunden mit unnützem Wissen glänzen willst, solltest du dir das Stadtwappen von Bad Berka genauer ansehen. Es mag überraschend wirken, im Wappen einer Kleinstadt in Thüringen eine Palme mit Kokosnüssen zu finden. Ausschlaggebend dafür war nicht etwa das Fernweh der Einwohner oder ihr Interesse an tropischen Ländern. Selbstverständlich sind im Umland von Weimar auch keine Palmenstrände zu finden – die Pflanze gedeiht hier höchstens im Gewächshaus.

Wie kommt es also, dass ausgerechnet dieser exotische Baum auf dem Wappen dargestellt ist und nicht etwa eine heimische Linde? Diese Frage drängte sich auch den Bewohnern von Bad Berka immer wieder auf. Bereits der Historiker K. B. Stark bezeichnete das Wappen in einer Schrift aus dem Jahr 1857 als ein außergewöhnliches und schwer einzuordnendes Wappenbild.

Forscher machten sich im Stadtarchiv auf die Suche nach der Lösung des Rätsels. Die Wahl des Motivs geht zurück auf die Gründung der ersten Sprachakademie von Deutschland im 16. Jahrhundert: Die Mitglieder der sogenannten „Fruchtbringenden Gesellschaft“ wählten die Kokospalme als Baum der Fruchtbarkeit, um ihre Devise „alles zu nutzen“ auch in ihrem Wappen zu demonstrieren.

Die Kokospalme – der Baum der Freiheit

Auch auf der anderen Seite des Atlantiks ist die Kokospalme ein beliebtes Motiv: Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ziert sie das Wappen des Karibikstaats Haiti. Sie ist umrahmt von Fahnen, Gewehren, Kanonen und einer Trommel. Unter dem Begriff Palmetto beziehungsweise Freiheitsbaum wurde sie zum Symbol der aufständischen Sklaven von Santo Domingo. Das Nationalmotto „L’Union Fait La Force“ (Einigkeit gibt Stärke) soll diesen Gedanken unterstreichen.

Palmzweig in der Heraldik

In den meisten Wappen wird nur eine einzelne Palme dargestellt. Um sie von der Ölpalme zu unterscheiden, sind oft ein paar übermäßig große Kokosnüsse zu sehen. Häufig wird das Motiv mit anderen Lebewesen, wie etwa einem Krokodil im Wappen von Nîmes, kombiniert.

Nicht immer wird die gesamte Kokospalme dargestellt. In den Wappen der Bahamas, Dominikanischen Republik, Kap Verde, Paraguay und der Stadt Miesbach in Oberbayern ist nur ein einzelner Palmzweig abgebildet. Palmzweige als Wappenfigur kommen häufig in Verbindung mit Waffen vor, was Krieg und Frieden symbolisieren soll.

Die Bedeutung der Palme in der Heraldik ist also sehr vielseitig: Für die einen ist sie der Baum der Freiheit oder der Fruchtbarkeit, für andere markiert sie lediglich die schönste Zeit des Jahres – den Urlaub.

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Bilder: Bild 1: gettyimages.de/IntergalacticDesignStudio, Bild 2: gettyimages.de/mtcurado, Bild 3: By ℍenry Salomé le 01/01/2007     Image created for the Blazon Project of the French Wikipedia. [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], from Wikimedia Commons, Bild 4: By Zawhie [Public domain], via Wikimedia Commons , Bild 5: gettyimages.de/ Lara2017, Bild 6: By Various (Ministerio de Defensa Coat of arms of Paraguay) [CC0], via Wikimedia Commons, Bild 7: gettyimages.de/ Nednapa

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