Kokos statt Tier: Vegane Alternativen für Milchprodukte und Kosmetik

admin
27.10.2018

Kokos statt Milch, Butter und Honig: Tierische Inhaltsstoffe in der Küche lassen sich ganz leicht durch Kokosmilch, -blütensirup und Co. ersetzen. Wie, das verrät Ernährungsberaterin Yvonne Braun. Wusstest du, dass sich auch in Kosmetikprodukten viele tierische Inhaltsstoffe verstecken? Wir erklären, was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt und wie du sie mit Kokosalternativen ersetzt.

Ob Butter, Milch oder Honig – du willst tierische Produkte von deinem Speiseplan streichen und durch pflanzliche Alternativen ersetzen? Dann bist du hier genau richtig. Mit wertvollen Tipps von  Ernährungsberaterin Yvonne Braun aus München zeigen wir dir, wie du tierische Milchprodukte durch Kokos ersetzen kannst.

Im zweiten Abschnitt geht es ans kosmetisch-Eingemachte. Denn auch, wenn nicht explizit Tier draufsteht, befinden sich doch vielfach tierische Inhaltsstoffe in Kosmetik und Körperpflegeprodukten. Wir zeigen dir, was wirklich mit Inhaltsstoffen wie Lanolin und Co. gemeint ist und welche Kokosalternativen es dafür gibt.

Jetzt steht Kokos auf dem Speiseplan

Wusstest du, wie vielseitig die Kokosnuss ist? Mit dieser einen Frucht lassen sich Milch, Butter, Joghurt, Sahne und Honig ganz einfach ersetzen. Wie genau, verrät Ernährungsberaterin Yvonne Braun.

1.   Kokosmilch: Flüssige Alternative zu Sahne und Kuhmilch

Mit der cremigen Kokosmilch kannst du gleich zwei tierische Milchprodukte ersetzen. Yvonne Braun erklärt: „Kokosmilch kannst du sehr gut als Alternative zu Sahne verwenden. Vor allem Suppen, Saucen und Reisgerichten verpasst du damit eine besondere, exotische Note. Aber auch beim Kuchen backen kannst du statt Kuhmilch einfach Kokosmilch verwenden.“

Sie fügt aber als wichtigen Tipp hinzu: „Kokosmilch hat einen höheren Fettgehalt als Kuhmilch. Daher solltest du diese nicht 1:1 ersetzen, sonst werden die Speisen oder der Kuchen zu fettig.“ Um den Fettgehalt auszugleichen, kannst du zur Kokosmilch aber einfach Sojamilch oder vergleichbare Milchalternativen hinzufügen.

1.   Kokosmus: Cremige Alternative zu Sahne und Kuhmilch

Das dickflüssige Kokosmus lässt sich ganz einfach mit Wasser verdünnen. So kann es, genau wie die Kokosmilch, als Ersatz für Milch, Sahne und für die Herstellung von Cremes verwendet werden. Die Gerichte bestechen dann mit einer besonderen Geschmackskomponente: „Desserts, Smoothies, Suppen oder Saucen erhalten durch Kokosmus eine Kokosnote.“

Kokosmus ist auch hervorragend für cremige Currys geeignet. Hast du schon unser Süßkartoffel-Curry ausprobiert? Doch nicht nur herzhaft, auch in süßen Leckereien ist Kokosmus eine ganz besondere Komponente. Mit Orange und Schokolade wird das Kokosmus als Kokos-Orangen-Pralinen zum leckeren Dessert.

2.   Kokosöl/Kokosfett: Alternative zu Butter

Willst du Butter mit einem nicht-tierischen Produkt ersetzen, kannst du einfach das Öl beziehungsweise das Fett der Kokosnuss nutzen. Yvonne Braun erklärt: „Beim Backen kann Butter durch Kokosöl ersetzt werden. Weil Kokosöl fast kein Wasser enthält, brauchst du weniger Kokosöl als Butter. An Stelle von 100g Butter reichen 80g Kokosöl.“

Kokosöl besticht, laut Yvonne Braun, mit einem weiteren Vorteil: „Kokosöl hat einen hohen Rauchpunkt und eignet sich deshalb hervorragend zum Backen und Braten.“ (Der Rauchpunkt ist die niedrigste Temperatur, aber der beim Erhitzen von Speiseöl eine Rauchentwicklung zu sehen ist.) Nichtsdestotrotz rät sie, das Öl nur zu verwenden, wenn es auch zu den Gerichten passt. Der Kokosgeschmack des Öls lässt sich nämlich deutlich herausschmecken.

Mit der leichten Kokosnote verleiht Kokosöl jedem Gericht ein Urlaubsfeeling. Willst du dir Sonne, Strand und Meer auf den Teller holen, probiere unser Summer Berry Crumble aus oder zaubere Kokos-Rum-Kugeln.

1.   Kokosjoghurt: Alternative zu Joghurt und Kuhmilch

Kokosjoghurt ist eine vegane Alternative zu Joghurt aus Kuhmilch, erklärt Yvonne Braun. Leider gibt es nicht in jedem Supermarkt Kokosjoghurt zu kaufen. Aber keine Panik – du kannst deinen Kokosjoghurt einfach selbst herstellen: Was du für den Kokosjoghurt brauchst und wie es geht, zeigt dir Denise auf ihrem Blog Foodlovin’.

2.   Kokosblütensirup: Alternative zu Honig

Klein aber oho! Bienen sind wichtige Nutztiere. Sie sorgen dafür, dass ein Großteil der Gräser, Bäume und Blumen bestäubt wird. Willst du den Tieren zuliebe auf Honig verzichten oder suchst eine süße Abwechslung, kannst du den Honig mit Kokosblütensirup ersetzen.

Yvonne Braun erklärt: „Kokosblütensirup wird aus dem Saft der Kokosblüte gewonnen. Er hat ein feines Karamellaroma und ist eine gute vegane Alternative zu Honig.“

Kokosblütensirup kann Süßspeisen hervorragend ergänzen, aber auch herzhafte Gerichte mit einer süßen Note verfeinern. Ein Glasnudelsalat mit in der Pfanne karamellisiertem Kokosblütensirup – klingt das nicht lecker? Der Karamell-Geschmack kann auch in deinem Kokos-Ananas-Granola überzeugen – füge etwas Sirup hinzu, der dann im Ofen karamellisiert.

Kosmetik: 7 tierische Inhaltsstoffe und wie du sie ersetzt

Was viele nicht wissen: Tierische Produkte sind nicht nur im Essen, sondern auch in vielen Kosmetik- und Pflegeprodukten. Ohne Fachwissen werden die tierischen Inhaltsstoffe aber meist gar nicht erkannt. Denn wer weiß schon, was sich wirklich hinter Hyaluronsäure, Stearinsäure oder Lanolin verbirgt?

Die Tierschutzorganisation PETA hat sich damit auseinandergesetzt und alle tierischen Inhaltsstoffe in Kosmetika aufgelistet. Wie die tierischen Inhaltsstoffe dann durch pflanzliche Inhaltsstoffe ersetzt werden können hat die Tochterorganisation PETA ZWEI zusammengefasst.

Tatsächlich können und werden viele tierische Inhaltsstoffe durch Kokosprodukte ersetzt. Wir haben sieben tierische Bestandteile herausgegriffen und stellen dir die geeigneten Kokosalternativen vor.

1.   Lanolin aus Schafstalg

Lanolin dient als Grundlage vieler Cremes. Weil es aus den Talgdrüsen der Schafe gewonnen wird, wird es auch Wollfett genannt. Das tierische Fett lässt sich einfach durch Kokosfett ersetzen.

2.   Stearinsäure aus Schweinemägen

Auch Stearinsäure wird häufig als Grundlage für Cremes und Salben verwendet. Sie wird aus Schweinemägen entnommen. Stearinsäure kommt aber durchaus auch in pflanzlichen Fetten vor; das Kokosfett ist ein wunderbarer Ersatz.

3.   Hyaluronsäure aus Hahnenkämmen und Nabelschnüren

Hyaluronsäure ist ein Feuchtigkeitsspender und deshalb in vielen Kosmetik- und Pflegeprodukten ein oft genutzter Inhaltsstoff. Die Säure wird aus Hahnenkämmen, Nabelschnüren oder Bindegewebe gewonnen. Pflanzliche Öle wie Kokosöl können den Feuchtigkeitsspender gut ersetzen.

 

1.   Myristinsäure aus Butterfett

Myristinsäure wird neben Lebensmitteln auch für Shampoos, Cremes und Kosmetik verwendet. Sie ist in tierischem Butterfett enthalten, am meisten jedoch aus der Muskatnuss bekannt. Weitere pflanzliche Alternativen sind Walnussöl, Palmkernöl und natürlich Kokosöl.

2.   Ölsäure aus Rindertalg und Schweineschmalz

Ölsäure ist in Seife, Kosmetik und Dauerwellenmittel zu finden. Gewonnen wird das Produkt beispielsweise aus Gänsefett, Schweineschmalz oder Rindertalg. Es gibt aber viele pflanzliche Alternativen wie Kokosöl, Sesamöl oder Olivenöl.

3.   Walrat aus Delfinen und Walen

Walrat ist ein wachsartiges Öl, das aus den Köpfen von Delfinen und Walen gewonnen wird. Es versteckt sich in Hautcremes, Salben und Shampoos. Auch in Kerzen und in der Lederindustrie wird es verwendet. Der pflanzliche Stoff Cetylalkohol ist in der Kokosnuss zu finden – und damit ein sehr guter Ersatz.

4.   Bienenwachs aus Bienenwaben

Bienenwachs wird, wie der Name bereits verrät, aus dem Wachs aus Bienenwaben gewonnen. Es ist vor allem in Lippenstiften vorhanden, wird aber auch in Cremes verwendet. Eine gute pflanzliche Alternative ist neben der Avocado auch das Kokosöl.

Ein Tipp von PETA

Statt der eindeutigen Bezeichnung “hydrolyzed animal protein” (hydrolysiertes tierisches Protein) verwenden Firmen zum Beispiel eher eine Bezeichnung wie “hydrolyzed collagen” (hydrolysiertes Kollagen). Das ist für die Unternehmen einfach, für dich als Konsumenten natürlich eher frustrierend, wenn du tierische Produkte erkennen willst.

Um auf der ganz sicheren Seite zu sein, kannst du deine Kosmetik- und Pflegeprodukte auch einfach selbst herstellen – das macht sogar richtig viel Spaß! Auf unserem Pinterest-Board haben wir tolle Inspirationen für dich gesammelt.

Noch mehr Kokosnuss-Tipps

Du suchst nach weiteren Rezeptideen ohne tierische Produkte? Auf unserem Pinterest-Board Tropicai goes Vegan wirst du fündig. Auch, wenn du deine eigene Kokosmetik herstellen willst, haben wir tolle Beauty-Ideen und Rezepte mit Kokosöl für dich. Mit DIY-Haarmaske wird das Kokosöl zur nährenden Pflege für deine Haare und du kannst das Öl sogar zur Gesichtsreinigung nutzen.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Bilder: Titelbild: ©gettyimages / id-art; Bild 1: ©gettyimages / LucidSurf; Bild 2: ©gettyimages / AnthonyRosenberg; Bild 3: ©gettyimages / Olgaorly

 

Artikel jetzt Teilen: